Das primäre Tubenkarzinom – eine österreichische Multizenterstudie

A. Rosen, M. Klein, M. Lahousen, A. H. Graf, A. Bartussek, N. Vavra, M. Medl, N. Virrani, A. Schröck, F. Fuith, K. Kahn, R. Pavelka, A. Wellenhofer

Zusammenfassung

Einundachtzig (n = 81) Patientinnen mit einem primären Tubenkarzinom wurden im Rahmen einer retrospektiven Multizenterstudie im Zeitraum von 1980-1990 erfaßt. Es nahmen 13 gynäkologisch-geburtshilfliche Universitätskliniken und Schwerpunktkrankenhäuser an dieser Analyse teil, deren Ziel es ist, das Vorgehen beim Tubenkarzinom in Österreich zu evaluieren und mit Ergebnissen aus dem Ausland zu vergleichen. Die Stadieneinteilung erfolgte nach dem modifizierten FIGO-System für Ovarialkarzinome, das Grading wurde nach den Kriterien von Hu, Taylor und Hertig durchgeführt. Das Durchschnittsalter lag bei 62,1 Jahren. Es fand sich 37 (45 %) mal ein Stadium I, 16mal (19,8%) lag ein Stadium II vor. Ein Stadium III zeigte sich in 19 Fällen (23,4%) und ein Stadium IV nur in 9 (11,1%) Fällen. 66 Frauen konnten resttumorfrei operiert werden. Es wurde als operatives Vorgehen insgesamt 68mal die Uterusexstirpation mit beidseitiger Adnexexstirpation und/oder Netzresektion bzw. Lymphonodektomie durchgeführt. Als postoperative adjuvante Therapie wurde in 32 Fällen (39,5%) die Bestrahlung und in 34 Fällen (42,0%) eine Chemotherapie gewählt. 15 Frauen erhielten keinerlei postoperative Therapie. Die 5-Jahres-Heilung lag bei Stadium I + II bei 75 % und bei Stadium III + IV bei nur 17%. Auf die frühe Diagnosestellung und die operative Radikalität als Prognosefaktor wird weiter hingewiesen. Empfehlungen für eine optimale postoperative Therapie lassen sich auch anhand unserer Ergebnisse noch immer nicht geben.

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