Die Auswirkungen einer primären Strahlentherapie auf die Uterusdurchblutung bei fortgeschrittenen Zervixkarzinomen

N. Vavra, W. D. Skodler, M. Barrada, H. Kucera

I. Univ. Frauenklinik Wien

Zusammenfassung

Wir untersuchten bei 11 Frauen mit einem inoperablen fortgeschrittenen Zervixkarzinom, die einer primären Strahlentherapie unterzogen wurden, die Uterusdurchblutung mittels Pulsdoppler-Flußmessung der Arteria uterina vor und nach Abschluß der aktinischen Therapie. In einem Vergleichskollektiv von 25 Frauen ohne Zervixkarzinom konnte ein Mittelwert des PI der Arteria uterina von 3,52 (± 1,10) mit Werten zwischen 1,64 bis 5,06 gefunden werden. Hingegen zeigte sich bei jenen 11 Frauen mit inoperablen Zervixkarzinomen vor der Bestrahlung ein PI von 1,80 (± 1,40) mit Werten zwischen 0,41 und 4,41 (Wilcoxon Test: p = 0,001), und es war somit die Durchblutung signifikant höher als bei dem gesunden Vergleichskollektiv. Nach Abschluß der Strahlentherapie konnte bei 7 Frauen keinerlei Pulsation in der Arteria uterina mehr nachgewiesen werden, bei 3 Frauen fand sich nur mehr ein Blutfluß in der Systole und nur eine Patientin zeigte gegenüber dem prätherapeutischen Ausgangswert einen unveränderten Befund im Sinne einer erhöhten Durchblutung. Durch die Bestrahlung wurde somit die Durchblutungssituation bei 10 von 11 Patientinnen ganz wesentlich vermindert. Diese Daten unterstützen das Konzept, bei Planung einer kombinierten Chemo-Strahlentherapie die systemische Chemotherapie vor der Strahlentherapie zu applizieren, da nach Abschluß einer Strahlentherapie die Tumordurchblutung reduziert und somit nur beschränkt ein Ansprechen auf die Chemotherapie zu erwarten ist.

Menü schließen