Die Beckenendlage bei Erstgebärenden – Vaginale Geburt oder Indikation zur primären Sektio?

P. Sevelda1, M. Stiglbauer2, N. Vavra1, M. Weninger3, W. Sterniste4, P. Wagenbichler2

1 I. Univ.-Frauenklinik Wien
2 Semmelweis Frauenklinik Wien
3 Abt. für Neonatologie der Univ.-Klinik für Kinderheilkunde, Wien
4 Kinderklinik Glanzing

Zusammenfassung

Die geburtshilfliche Strategie der primären Sektio (I. UFK) bei Erstgebärenden mit BEL wurde der Strategie einer konservativen vaginalen Entbindung (SFK) gegenübergestellt. In die retrospektive Studie wurden 160 Frauen der I. UFK und 178 Frauen der SFK eingebracht. Ausgeschlossen waren Frauen mit Frühgeburten vor der 33. SSW, mit Mehrlingsschwangerschaften, mit intrauterinem Fruchttod und mit nicht lebensfähigen Mißbildungen. Die Sektiorate war an der I. UFK 85%, an der SFK 12,4%. Die perinatale Mortalität in beiden Kollektiven war 0, nur 1 Kind (33. SSW; 1350 g) verstarb 3 Wochen post partum nach vaginaler Entbindung (I. UFK) in Folge einer Fehlbeurteilung des intrapartalen CTGs. Die Erhebung der Spätmorbidität zeigte zusätzlich zu diesem Kind noch 3 weitere Kinder (0,8%) mit Auffälligkeiten (2 nach Manualhilfe, 1 nach Sektio). Nur 1 Fall einer Plexusparese, die nach 4 Jahren nahezu vollständig ausgeheilt ist, kann mit der vaginalen Entbindung in Zusammenhang gebracht werden. Erwartungsgemäß ist die Morbidität für die Mutter nach einer Schnittentbindung bezüglich fieberhafter Komplikationen, transfusionspflichtiger Anämien und bezüglich der Dauer des Krankenhausaufenthaltes gegenüber der Manualhilfe signifikant erhöht. Schwerwiegende Komplikationen traten jedoch nicht auf. Zusammenfassend ist festzustellen, daß die Strategie der Manualhilfe in erfahrenen Händen im Vergleich zur primären Sektio als ebenfalls sichere geburtshilfliche Strategie für Erstgebärende mit Beckenendlage anzusehen ist.

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