Die Bedeutung der primären Bestrahlung des invasiven Adenokarzinoms der Cervix uteri

N. Vavra, P. Sevelda, M. Barrada, H. Kucera

Aus dem Ordinariat für gynäkologische Strahlentherapie der Universität Wien

Zusammenfassung

Von 1484 Patientinnen, die wegen eines Karzinoms der Cervix uteri einer primären Strahlentherapie unterzogen wurden, lag bei 65 Frauen ein Adenokarzinom vor. In der vorliegenden Studie wurden die Therapieergebnisse dieser 65 Patientinnen mit den Therapieergebnissen von 703 Patientinnen mit Plattenepithelkarzinom der Cervix uteri verglichen, die von 1972-1976 an unserer Abteilung primär bestrahlt wurden. Da entsprechend der operativen Tradition der Wiener Frauenkliniken in den Stadien 1 und 2 primär eine Operation angestrebt wird, zeigt unser Patientengut mit 64.1 Jahren ein deutlich höheres Durchschnittsalter als das anderer Studien. Es fand sich jedoch weder im Durchschnittsalter, noch in der Stadienverteilung ein signifikanter Unterschied zwischen der Patientinnengruppe mit Adenokarzinom und dem Vergleichskollektiv mit Plattenepithelkarzinom der Zervix. In der 5-Jahres-Überlebensrate zeigt sich quer durch alle Stadien zwar ein schlechteres, im Stadium 2 sogar ein signifikant schlechteres Behandlungsergebnis in der Gruppe der Patientinnen mit Adenokarzinom der Cervix uteri, doch konnten im Stadium 3 in beiden Kollektiven fast identische Bchandlungsergebnisse erreicht werden (etwa 30 %). Die primäre Bestrahlung eines Adenokarzinoms der Cervix uteri ist daher bei nicht bestehender Operationsmöglichkeit eine erfolgversprechende Alternativbehandlung.
Strahlenther Onkol. 1991 Sep;167(9):509-13.

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