Inguinalbestrahlung versus keine Lymphknotentherapie beim kleinen Vulvakarzinom mit klinisch negativen Lymphknoten (T1, N0-1)

H. Kucera, N. Vavra, Elisabeth Kucera

Universitätsklinik für Frauenheilkunde Wien, Abteilung für Spezielle Gynäkologie, Wien, Österreich

Zusammenfassung

Fragestellung: In dieser retrospektiven Untersuchung sollte die Frage geklärt werden, ob eine Bestrahlung der in situ belassenen Inguinallymphknoten das Behandlungsergebnis beim kleinen Vulvakarzinom mit nicht tastbaren oder unsuspekten Leistenlymphknoten (Tl, N0-N1) verbessern kann. Methoden: Von 1974 bis 1990 wurden 135 solche Patientinnen radikal elektrochirurgisch vulvektomiert. Bei 65 Patientinnen wurde zusätzlich die Leistenregion bestrahlt, bei 70 Patientinnen blieben die klinisch negativen Lymphknoten ohne Behandlung. Beide Behandlungsgruppen zeigten keine Unterschiede bezüglich der Prognosefaktoren, doch war die Zahl der Fälle mit Befall der Klitoris in der Gruppe mit zusätzlicher Leistenbestrahlung signifikant höher (p < 0,04). Ergebnisse: Die 5-Jahresüberlebensrate war in der Gruppe mit Leistenbestrahlung mit 93,7% nur unwesentlich höher als ohne Lymphknotentherapie (92,4%). Leistenrezidive fanden sich in der bestrahlten Patientengruppe mit 4,6% seltener als in der Gruppe ohne Lymphknotentherapie (10%, n.s.). Schlussfolgerungen: Obwohl durch die Leistenbestrahlung eine signifíkante Verbesserung der 5-Jahresüberlebensrate nicht zu erzielen ist, scheint das gefürchtete Leistenrezidiv seltener aufzutreten.

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