Isotopennephrogramm in der Verlaufskontrolle radikal operierter Zervixkarzinome

N. Pateisky, N. Vavra, H. Berkemeier, M. Barrada, W. Senker, Ch. Schatten

I. Universitäts-Frauenklinik Wien

Zusammenfassung

257 Patientinnen, die wegen eines Zervixkarzinoms (Stadium I und II nach FIGO) in den Jahren 1978-1987 radikal operiert wurden und regelmäßig zur Nachsorge erschienen, gingen in die vorliegende retrospektive Studie ein. Im Rahmen der Nachsorgeuntersuchungen wurden neben den üblichen Routineparametern regelmäßig Isotopennephrogramme (ING) erstellt. Dadurch sollten Harnabflußstörungen, die besonders nach Radikaloperationen einen indirekten Hinweis auf einen pathologischen Prozeß im kleinen Becken geben können, möglichst frühzeitig erkannt werden. Der postoperative Beobachtungszeitraum betrug zwischen 3 und 10 Jahren. Mittels Chi-Quadrat-Test wurde die Wahrscheinlichkeit der Korrelation zwischen Evidenz eines pathologischen ING-Befundes (ja/nein) einerseits und a) em LK-Status (pos, neg), b) Patienten mit adjuvanter Nachbestrahlung (ja/nein) sowie c) dem Auftreten eines Rezidives (ja, nein) andererseits ermittelt. In allen drei Gruppen fand sich eine signifikante, positive Korrelation. Pathologische ING’s traten auf: in 61 % der Patienten, die primär positive Lymphknoten zeigten (n = 66, p = 0,001), in 88 % der Patienten, die ein Rezidiv entwikkelten (n = 56, P = 0,001), und in 44% der primär nachbestrahlten Gruppe (n= 131, p = 0,05). die enorme Empfindlichkeit des ING’s in bezug auf Harnabflußstörungen läßt den routinemäßigen Einsatz dieser einfachen Untersuchungsmethode sinnvoll erscheinen. Es kann damit oft wertvolle Zeit gewonnen werden, um sowohl therapeutische als auch palliative Maßnahmen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt einzuleiten.

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