Prognosefaktoren des radikal operierten Zervixkarzinoms im Stadium Ib

N. Vavra1, H. Kucera1, W. Eppel1, M. Barrada1, H. Salzer1, M. Schemper2, P. Sevelda1

1 I. Universitäts Frauenklinik Wien (suppl. Leiter: Prof. Dr. E. Kubista)
2 Abteilung für Biostatistik der Universität Wien
1 First Department of Gynecology and Obstetrics, University of Vienna, Spitalgasse 23, A-1090, Vienna, Austria

Zusammenfassung

Ziel der vorliegenden retrospektiven Studie ist es, die Bedeutung der Faktoren: Alter, histologischer Typ, Grading, Tumorgröße, Lymphknotenstatus, Infiltration des Uteruskorpus und Gefäßeinbrüche als Prognosefaktoren für das Überleben beim Zervixkarzinom im FIGO-Stadium Ib zu erheben. 312 Patientinnen des Zeitraumes von 1975-1988 erfüllten die Aufnahmekriterien: histopathologisches Stadium Ib, radikale Operation nach Wertheim oder Latzko mit pelviner Lymphadenektomie. In der multivariaten Analyse wurden die Faktoren: Grading (G3 vs G1 + G2: relative risk (RR) = 2,66; 95% Confidence Interval (CI) = 1,36-5,18), Tumorgröße (Tumorinfiltration der Zervix >2/3 vs < 2/3: RR = 2,36; 95% CI = 1,07-5,17) und pelvine Lymphknotenmetastasierung (ja vs nein: RR = 5,36; 95% CI = 2,70 -10,65) als signifikante Prognoseparameter für das Überleben gefunden. Daraus ergibt sich, daß Patientinnen mit einem Zervixkarzinom im FIGO-Stadium Ib, das über 2/3 der Zervix infiltriert und/oder mit niedriger Differenzierung und/oder positiven pelvinen Lymphknoten, als High-risk-Patientinnen anzusehen sind. Bei Patientinnen mit diesen ungünstigen Faktoren sollte im Rahmen von prospektiv randomisierten Studien die Wirksamkeit einer adjuvanten Therapie untersucht werden.

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