Zum Wert der alleinigen Bestrahlung des allgemein inoperablen Endometriumkarzinoms mittels High-Dose-Rate-Iridium-192

H. Kucera, N. Vavra, K. Weghaupt

Ordinariat für Gynäkologische Strahlentherapie der Universität Wien

Zusammenfassung

Die operative Entfernung des inneren Genitals ist beim Korpuskarzinom zweifelsohne das anzustrebende Ziel. Nur Patientinnen mit schweren internen Erkrankungen sollten der ausschließlichen Bestrahlung zugeführt werden. Obwohl auch die Strahlentherapie das Korpuskarzinom heilen kann, bleiben die Behandlungsresultate hinter jenen der operativen Therapie zurück. An der I. Universitäts-Frauenklinik Wien, Strahlenabteilung, wurden 267 Patientinnen mit Korpuskarzinom einer alleinigen Strahlenbehandlung unterzogen. Im Stadium I wurde bei Verwendung der High-Dose-Rate-Iridium-192-Technik eine 5-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit (Life Table Methode) von 65,2 % erreicht. Das Behandlungsergebnis ist vom Stadium, vom Alter und vom Tumorgrading abhängig. Im Stadium I betrug die 5-Jahres-Überlebensrate 66,9 %, im Stadium II 46,7 %, im Alter bis 69 Jahre 76,6 %, im Alter von 70 und mehr Jahren 61,8 %, bei Tumorgrading I 78,8 %, bei Tumorgrading II und III 55,4 %. Während radiumbehandelte Patientinnen eine 5-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit von 56 % erreichten, konnte mit der Iridiumbestrahlung eine solche von 65,2 % erreicht werden. Alle genannten Unterschiede sind statistisch gesichert. Die intrakavitären Iridiumeinlagen konnten ohne Anästhesie ausgeführt werden und die Hospitalisationszeit war auf einen Tag pro Woche beschränkt. In nur 9,4 % der Fälle wurde die intrakavitäre Iridiumtherapie mit einer externen Telekobaltbestrahlung kombiniert. Wegen der hohen Rezidivrate im Stadium I/b (14,8 %) und im Stadium II (30 %) wurde nicht nur die Dosis der Kontaktbestrahlung erhöht, sondern auch auf die Notwendigkeit der externen Bestrahlung bei geeigneten Fällen hingewiesen.

Menü schließen