8 Gründe für ein Ausbleiben der Periode

Gründe für ein Ausbleiben der Periode gibt es viele. Neben einer offensichtlichen Schwangerschaft oder den Wechseljahren kann eine verspätete, unregelmäßige oder ganz ausgesetzte Periode auf ein bloßes hormonelles Ungleichgewicht durch zum Beispiel Stress hinweisen – aber auch auf ernsthafte, medizinische Probleme.

Im folgenden Artikel haben wir die häufigsten Ursachen für eine ausbleibende Periode aufgelistet und klären zudem auf, wann es bei einem verspäteten Menstruationszyklus sinnvoll ist, Ihren Arzt zu konsultieren.

Der weibliche Menstruationszyklus

Der weibliche Menstruationszyklus wird durch das endokrine System gesteuert. Das beinhaltet komplexe Vorgänge, bei denen spezialisierte Organe mithilfe von Botenstoffen (Hormone) gewisse Körperfunktionen auslösen. Hier ist insbesondere die sogenannte Hypothalamus-Hypophysen-Achse von Bedeutung: Der Hypothalamus enthält Informationen aus fast allen Bereichen des Zentralnervensystems und gibt diese an die Hypophyse weiter. Diese reagiert mit der Produktion verschiedener Hormone, welche die endokrinen Drüsen des Körpers stimulieren sollen. 

Der weibliche Zyklus ist im Idealfall einer bestimmten Reihenfolge unterlegen, bei denen der Körper sich auf eine potenzielle Schwangerschaft vorbereitet. Beendet wird dieses System, wenn es nicht zu einer Befruchtung kommt, mit dem Ausscheiden der Gebärmutterschleimhaut und der anschließenden Blutung. Dabei spielen insbesondere die in der Hypophyse produzierten Hormone LH (luteinisierendes Hormon) und FSH (follikelstimulierendes Hormon) eine Rolle und das in den Eierstöcken freigesetzte Östrogen und Progesteron. Doch auch andere Hormone, wie zum Beispiel aus der Schilddrüse oder das Prolaktin aus der Hypophyse, haben eine regulative Wirkung auf den Menstruationszyklus. Wird dieses komplexe System gestört, dann kann es zu Unregelmäßigkeiten kommen oder zu einem gänzlichen Ausbleiben der Periode.

Begleitsymptome einer ausbleibenden Periode

Je nach Ursachen kann eine ausbleibende Periode, auch Amenorrhö genannt, von verschiedenen Symptomen begleitet werden:

Hält die Amenorrhö länger an, können sich aufgrund des niedrigen Östrogenspiegels ähnliche Symptome wie in den Wechseljahren entwickeln: Hitzewallungen, Scheidentrockenheit, erhöhtes Risiko auf Herz-, Kreislauferkrankungen und eine geringere Knochendichte.

Gründe für ein Ausbleiben der Periode

Grundsätzlich wird bei ausbleibender Periode zwischen zwei Arten unterschieden. Der primären und der sekundären Amenorrhö:

  • Primäre Amenorrhö: Die Menstruationsperiode beginnt nie.
  • Sekundäre Amenorrhö: Die monatlichen Perioden setzen ein und bleiben dann irgendwann aus oder werden unregelmäßig.

Erkrankungen, welche eine primäre Amenorrhö auslösen, kommen eher selten vor. Am häufigsten steckt eine genetische Störung dahinter. In diesem Artikel werden wir uns vornehmlich auf die sekundäre Amenorrhö konzentrieren.

Die häufigsten Ursachen für ein Ausbleiben der Periode sind (neben einer Schwangerschaft und den Wechseljahren) folgende:

1. Ausbleiben der Periode durch Stillen

Während des Stillens wird das Hormon Prolaktin ausgeschüttet. Prolaktin ist für die Milchproduktion verantwortlich, hemmt jedoch gleichzeitig die Freisetzung von Hormonen, welche Eisprung und Menstruation auslösen.

2. PCO-Syndrom und Amenorrhö

Durch das PCO-Syndrom kommt es nur sehr selten zum Eisprung, was ein Aussetzen der Periode zur Folge hat.

3. Ausbleiben der Periode durch Stress

Hoher emotionaler oder physischer Stress kann dazu führen, dass der Körper den Eisprung unterdrückt und die Periode ausbleibt.

4. Gewichtsprobleme und Störungen im Hormonhaushalt

Extremes Untergewicht oder Übergewicht kann den Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht bringen und zu Zyklusstörungen führen. Besonders Essstörungen wie Anorexie oder Bulimie haben starke Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit.

5. Übermäßig viel Sport verursacht Stress

Übermäßig viel Sport kann den Körper in eine Stresssituation bringen und Eisprung und Periode aussetzen lassen.

6. Bestimmte Medikamente

Die Verwendung bestimmter Medikamente wie z.B. der Antibabypille (orales Verhütungsmittel) Antidepressiva oder antipsychotische Medikamente können die Menstruation beeinflussen und zu einem Ausbleiben der Periode führen.

7. Störung der Schilddrüse

Eine Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse kann zu einer Amenorrhö führen.

8. Ausbleiben der Periode durch Tumor

Bestimmte Tumore, insbesondere Hypophysentumore, können zu einer ausbleibenden Periode führen.

Wie lange ist es normal überfällig zu sein?

Ein normaler Menstruationszyklus dauert zwischen 21 und 35 Tagen. Unter gewissen Umständen ist es jedoch nicht bedenklich, wenn die Periode unregelmäßig kommt oder einmal ausbleibt.

Das sind folgende:

  • In der Pubertät
  • Während der Schwangerschaft
  • In der Stillzeit
  • Im Periklimakterium

Ansonsten ist ein Ausbleiben der Periode generell nicht normal, muss aber nicht in jedem Fall bedenklich sein.

Ausbleiben der Periode: Wann zum Arzt?

Sollte die Periode einmal aussetzen, ist es noch lang kein Grund, sich Sorgen zu machen. In folgenden Fällen raten wir Ihnen jedoch, einen Facharzt zu konsultieren:

Bei Verdacht auf primärer Amenorrhö:

  • Im Alter von 13 Jahren gibt es noch immer keine Anzeichen von Pubertät. (Entwicklung sekundärer Geschlechtsmerkmale, Wachstumsschub, Brustwachstum, Schambehaarung)
  • Im Alter von 15 Jahren, wenn es bereits Anzeichen von Pubertät gibt, aber die Periode noch nicht eingesetzt hat.

Bei Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter:

  • Es wurden bereits 3 Menstruationszyklen übersprungen.
  • Sie haben weniger als 9 Perioden im Jahr.
  • Es gibt eine plötzliche Veränderung in Ihrem Menstruationszyklus.

Das Ausbleiben der Periode kann viele Ursachen haben, von natürlichen Lebensphasen bis hin zu medizinischen Problemen. Wenn Sie sich Sorgen machen oder Ihr Menstruationszyklus ungewöhnlich ist, wenden Sie sich am besten an Ihren Frauenarzt, um eine individuell angepasste Behandlungsstrategie zu entwickeln: Vereinbaren Sie noch heute einen Termin in unserer Ordination!

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